[EHSP 006] Achtsamkeit Training

Warum ein Achtsamkeit Training für hochsensible Menschen? Können wir durch unsere feinen Antennen nicht eh schon so viel wahrnehmen?

Gerade als hochsensible Menschen ist es wichtig, unsere Wahrnehmung lenken zu können, damit wir genau feststellen können, was uns gut tut und was nicht. Denn diese Abgrenzung fällt uns oft nicht so leicht.

In dieser Episode des Podcasts „einfach hochsensibel“ erfährst du den Unterschied zwischen Routine, Gewohnheit und Ritual. Und wie du mit Ritualen deine Achtsamkeit trainieren kannst.

 

Shownotes

 

Abschrift der Folge Achtsamkeit Training

[0:12] Ja, grias di, Jean vom bogenblog.
Und schön, dass du heute wieder eingeschalten hast in diese Folge von meinem Podcast „einfach hochsensibel“, dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für deinen Umgang mit deiner Hochsensibilität.
Ich möchte mich erstmal ganz herzlich bei allen bedanken, die überhaupt schon in den Podcast reingehört haben. Im ersten Monat sind die Folgen jetzt fast 1000 mal runtergeladen worden und das freut mich total, da bin ich sehr dankbar. Vielen, vielen Dank!
Heute möchte ich einsteigen in das Thema Achtsamkeit.

Weil ich glaube Achtsamkeit ist ein ganz wichtiger Schlüssel für uns hochsensible Menschen, um einfach ein bisschen entspannter und glücklicher leben zu können.

[1:04] Was heißt jetzt Achtsamkeit? Also um achtsam zu sein, brauche ich Aufmerksamkeit und zwar richte ich meine Aufmerksamkeit auf meine Wahrnehmung, auf das, wie ich meinen Körper wahrnehme. Welche Gedanken ich wahrnehme, was ich tue und auf meine Umgebung. Und zwar ganz bewusst. Also ich richte meine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf diese Dinge.

[1:36] Das Gegenteil wäre dann zum Beispiel Routine. Das sind Dinge, dafür brauche ich keine große Aufmerksamkeit.
Wenn ich etwas routiniert ausführen, bin ich aber auch nicht im Hier und Jetzt, sondern bin mit meinen Gedanken vielleicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft.

[2:03] Die Vergangenheit lässt sich aber nicht ändern, weil die ist ja vorbei und unsere Zukunft ist ungewiss.
Also ist eigentlich jetzt der einzige Zeitpunkt an dem wir etwas verändern können, an dem wir etwas beeinflussen können und an dem wir daher auch am meisten in unserer Kraft sind.

[2:22] Also Routinen sind nicht gerade förderlich, um im Hier und Jetzt zu sein.
Der Vorteil ist allerdings, es macht auch durchaus Sinn, dass wir bestimmte Routinen haben z.b. Zähne putzen.
Wenn wir jedes mal darüber nachdenken müssten, wie man jetzt die Zahnbürste hält oder wie man Zahnpasta auf die Zahnbürste drauf macht, oder wie man jetzt genau putzt oder so, dass wäre ja relativ … also wir sparen Energie wenn wir das einfach sehr routiniert durchführen und in der Zeit einfach auch vielleicht an etwas anderes denken können.

[3:08] Um aus Routinen auszubrechen, brauchen wir Veränderungen. Alles was Veränderungen sind, darauf reagieren wir.
Was gleichförmig und eintönig ist, wird sehr schnell zur Routine und Veränderungen bringen uns ins Hier und Jetzt, bringen uns zum ausbrechen.

[3:28] Routinen sind auch nicht das gleiche wie Gewohnheiten. Eine Gewohnheit ist etwas, was ich einmal, als eine Entscheidung die ich einmal getroffen habe.
Also ich habe mich zum Beispiel entschieden, nach jeder Mahlzeit Zähne zu putzen. Das hat also einen Zweck, das ist eine Gewohnheit.
Eine Gewohnheit ist eine Routine, die einen bestimmten Zweck folgt.
Also Zähne putzen selber ist eine Routine, und das nach jeder Mahlzeit zu tun, ist eine Gewohnheit.

[4:05] Weil es dient dazu Energie zu sparen.

[4:13] Und von beiden unterschiedlich, ist das Ritual. Wenn wir etwas ritualisieren.
Auch bei Ritualen sind die Vorgänge eine Gewohnheit, könnte man sagen. Also man sagt, es ist gewohnt sozusagen, das so und so und so zu machen.
Könnte auch sagen, das ist Routine, also man macht es routiniert, ein bestimmtes Ritual auszuführen. Aber der Unterschied ist eben genau die Aufmerksamkeit.

[4:43] Bei einem Ritual richten wir unsere Aufmerksamkeit ganz bewusst auf jeden Schritt.

[4:54] Und damit erfordert ein Ritual Achtsamkeit.

[5:02] Und das meditative Bogenschießen, als Balanced-Mind-Bogenschießen, wie ich das anbiete, ist zum Beispiel deswegen auch so ritualisiert. Natürlich ist der Ablauf irgendwann gewohnt.
Und wir müssen eigentlich nicht mehr drüber nachdenken, was kommt als nächster Schritt.
Aber das ist genau der Unterschied zwischen dem meditativen Bogenschießen und „normalem“ Bogenschießen. Das wir jeden Schritt versuchen mit maximaler Aufmerksamkeit durchzuführen.
Also ganz bewusst an die Sehne zu greifen und auszuziehen und den Anker und die ganzen Schritte durchzugehen.
Es ist ein Ritual und damit trainieren wir unsere Achtsamkeit.
Weil wir uns daran gewöhnen unsere Wahrnehmung ganz bewusst auf unseren Körper, unsere Gedanken, unser tun und unsere Umgebung zu richten.
Und ich glaube deswegen ist auch diese Art von Bogenschießen für hochsensible Menschen so hilfreich.
Weil es eben ein Training ist. Ich glaube man kann Wahrnehmung genauso trainieren, wie jeden anderen Muskel oder wie jede andere Tätigkeit.
Je häufiger wird es tun, desto leichter fällt es uns irgendwann.

[6:31] Und wenn wir es gewohnt sind auf uns zu achten, dann fällt es uns auch leichter zu erkennen, was uns wirklich gut tut.

[6:44] Wenn wir es gewohnt sind, hin zu spüren ob dieses oder jenes sich richtig oder gut anfühlt, dann können wir das plötzlich in jeder Situation nutzen, denn vielen hochsensiblen fällt es einfach schwer zu erkennen, was Ihnen gut tut.

[7:06] Weil wir es gewohnt sind, über unsere Grenzen zu gehen, um dieses Gefühl der Minderleistung auszugleichen.
Manchmal auch, weil wir durch unsere intensiven Wahrnehmungen, also wir brauchen ja eigentlich unsere Wahrnehmung nicht zu trainieren, nicht dass du mich da jetzt falsch verstehst, sondern wir nehmen ja sehr viele Dinge sehr intensiv wahr.
Aber das bewusste Wahrnehmen, die Aufmerksamkeit auf diese Wahrnehmung ganz bewusst zu lenken und lernen zu unterscheiden: was ist eine eigene Wahrnehmung? Was ist vielleicht eine fremde Wahrnehmung? Was tut mir gut? Wie fühlt sich das genau an?
Das ist ja eine Stärke von uns hochsensiblen.

[7:50] Zum Thema Abgrenzung mache ich noch mal eine eigene Folge, aber wenn du vielleicht mitgenommen hast, aus dieser Folge, dass Achtsamkeit zu trainieren dir hilft in Zukunft generell festzustellen, was dir gut tut, dann hat sich diese Folge schon gelohnt.

[8:12] Solltest du Fragen haben oder auch vielleicht Anregungen, also ich würde mich total freuen wenn du mir eine E-Mail schreibst, was vielleicht deine größte Frage zum Thema Hochsensibilität ist. Dann würde ich die gerne mal in einer der nächsten Folgen mal beantworten.
Schreib mir einfach eine E-Mail an info@bogenblog.de und dann freue ich mich natürlich die beantworten zu können.

[8:39] Lass dir gut gehen, Jean vom bogenblog. Servus.

2 Gedanken zu „[EHSP 006] Achtsamkeit Training

  • 28.01.2017 um 22:02
    Permalink

    Auf den Gedanken Gewohnheit, Routine und Ritual in einem Zusammenhang zu betrachten,bin ich selbst noch nicht gekommen,finde es aber sehr interessant. Beim „normalen“Bogenschiessen arbeitet man ja am bestmöglichen treffen des Zieles. Den Ablauf des Schiessens mit dem Schwerpunkt auf Achtsamkeit zu praktizieren,ist für mich ein neuer Ansatz. Ich probiere es aus, und bin gespannt, ob ich, durch dieses üben, sensibilisiert werde im Alltag mehr Aufmerksamkeit auf das eigene Befinden zu richten.

    Antwort
  • Pingback: Bogenschießen für die ganze Familie - auch die innere Familie

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