[EHSP 009] Die Bedeutung der Worte

Verstehst du mich?

Weißt du was ich meine?

Verstehst du meine Worte so, wie ich sie meine?

Um diese spannenden Fragen, die Kommunikation zwischen Menschen, die Bedeutung der Worte und ihre Auswirkung gerade im Zusammenleben mit anderen Menschen, geht es in dieser Episode des Podcast „einfach hochsensibel„.

 

 

Shownotes

 

Abschrift der Episode „Die Bedeutung der Worte“

[0:11] Ja grias di, Jean vom Bogenblog und schön, dass du heute auch wieder eingeschalten hast in dieser neue Episode von meinem Podcast „einfach hochsensibel“ dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität.
Heute möchte ich mit Dir über die Bedeutung der Worte sprechen.
Ich weiß nicht ob du meine letzten Artikel in meinem bogenblog gelesen hast, dort ging es um den sogenannten endowment-Effekt also welchen Wert geben wir den Dingen die wir besitzen.
Da gibt es eben ein Experiment und da hat man festgestellt, dass wenn wir etwas besitzen, es für viel wertvoller halten, als wenn wir es nicht besitzen.
Das Experiment war, dass man zwei Gruppen jeweils eine Kaffeetasse gegeben hat, die erste Gruppe sollte sie verkaufen und die zweite Gruppe sollst sagen, was sie bereit ist, dafür zu bezahlen. Natürlich getrennt voneinander und die es verkaufen wollten, die hatte irgendwas um die 7 $ noch irgendwas verlangt und die andere Gruppe war bereit 2 $ noch irgendwas zu bezahlen.
Und das ist ein schönes Beispiel, das man sieht, dass wir den Dingen, die wir selber besitzen, wenn wir sie hergeben wollen oder sollen mehr Wert zuordnen als wenn wir sie nicht besitzen.
Wenn du den Artikel nicht gelesen hast, pack ich dir den Link in die shownotes und dann schaue gerne nochmal rein, vielleicht ist ja auch was für dich noch mit dabei.

[1:51] Und dieses ganze Thema, welchen Wert geben wir den Dingen, hat mich einfach auch noch mal über die Bedeutung der Worte nachdenken lassen, also welche Bedeutung geben wir Worten.
Und da ist etwas ganz spannendes passiert, nämlich meine Frau kommt aus Norddeutschland und ich bin ja hier in Bayern aufgewachsen. 
Neulich sagt sie mal irgendwann zu mir: „ja, die und die, das ist doch die Schnalle von dem und dem“.
Und mir sind echt alle Gesichtszüge entgleist, weil im Bayern des Wort „Schnoi’n“ gleichzusetzen ist mit „leichtes Mädchen“, aber entscheidend in Norddeutschland soviel bedeutet wie naja seine Freundin halt.
Und ja wir haben dann, nachdem wir dieses Missverständnis festgestellt haben, natürlich drüber gelacht, aber im ersten Moment war es ein gewisser Schock sozusagen. Wir haben zwar dasselbe Wort gesagt oder das selbe Wort gehört, aber völlig unterschiedliche Bedeutung gegeben! Und das liegt eben daran, das Worte an sich erstmal abstrakt sind. Also Worte sind ja praktisch nur eine Hülse, die wir mit Werten auffüllen.
Und das hängt eben ganz davon ab, welchen Hintergrund haben wir, wie sind wir aufgewachsen, wie ist unsere Realität, welche Bedeutung wir diesen Worten geben.

[3:19] Und für uns hochsensible Menschen, die wäre vielleicht ein viel komplexeres Innenleben haben oder ein sehr komplexes Innenleben, uns sehr viel Gedanken über alles mögliche machen,  geben Worten oftmals viel mehr Bedeutung, als sie vielleicht jemand anders meint.

[3:40] Und das kann ziemlich oft auch einfach zu Konflikten oder zu Problemen führen und daher habe ich etwas rausgesucht für dich, was dir vielleicht helfen kann bei dem Thema Abgrenzung,  also wie grenze ich mich gegenüber anderen ab, wenn die was zu mir sagen.
Weil ich festgestellt habe, dass viele Hochsensible einfach auch darunter leiden oder da oftmals ein Problem haben.
Und zwar ist es das zu vier-Seiten-Modell von dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Ich finde den Begriff vier-Ohren-Modell, kann ich mir einfach besser merken.
Und der hat eben gesagt, wir haben praktisch vier Ohren mit denen wir einen ein Wort hören oder einen Satz hören und zwar:
das Appell-Ohr, das Selbstoffenbarungs-Ohr, das Beziehungs-Ohr und das Sach-Ohr.
Und um es etwas klarer zu machen, möchte ich dir ein kurzes Beispiel geben.
Stell wir uns also mal vor, dein Chef, falls du einen hast, für den hast du eine Präsentation erstellt und der fragte dich, wieso die Überschrift auf den Folien blau ist.

[4:55] Und das ist das, was er praktisch als Sender, als Botschaft aussendet.
Und jetzt ist es die Frage, an welchem Ohr kommt es bei dir an.

[5:09] Wenn es zum Beispiel an deinem Appell-Ohr ankommt, dann könntest du zum Beispiel darauf innerlich Antworten: „ja gut, dann mache ich’s halt eben schwarz“.
Weil du denkst, diese Frage „wieso ist die Überschrift auf den Folien blau?“ ist eine Aufforderung sie in einer anderen Farbe zu machen.

[5:30] Wenn diese Frage dein Selbstoffenbarungs-Ohr trifft, dann könnte zum Beispiel ein innerer Dialog lauten: „immer wenn ich was neues probiere, geht es schief“.
Also, deine inneren Werte, deine eigene Wahrnehmung wird angesprochen und geht damit in Resonanz.

[5:52] Oder dein Beziehungs-Ohr. Könnte dann zB die innere Antwort lauten: „Oh Gott, er wird mich nie wieder eine Präsentation halten lassen“.
Also du beziehst diese Frage auf die Beziehung zwischen dir und deinem Chef

[6:05]  Und auf der Sachebene könnte die Antwort zu Beispiel einfach lauten: „weil es einen hohen Kontrast bietet und weil es mir gefällt“.
Und im Endeffekt hilft es uns besonders als hochsensible Menschen, wenn wir es schaffen uns im Gespräch mit anderen, möglichst immer auf die Sachebene zu konzentrieren.
Ich glaube das ist bei allen Mensch so, nicht nur bei hochsensiblen, aber ich denk, bei uns hochsensiblen ist es ganz besonders wichtig, weil wir vielleicht auch manchmal vermeintlich etwas mehr spüren, mehr interpretieren, die Stimmung. Wir haben eine hohe Empathie, sehen also vielleicht den gegenüber und interpretieren sehr schnell und sehr viel, was der andere vielleicht damit wirklich gemeint haben könnte.

[7:07] Das Problem mit diesen Interpretation ist aber, dass wir sozusagen ja nie wissen, ob unsere Interpretation richtig ist.
Und es hilft, wenn wir uns einfach auf die Sachebene konzentrieren.

[7:23] Also was steckt in einer Aussage an faktischem drin, an Fakten und nicht ein Gefühl.

[7:36] Denn ich habe es eingangs ja schon gesagt, Worten sind abstrakt und die Bedeutung hängt davon ab, welche Bedeutung wir ihnen geben. Das heißt, sie hängt auch von unsere Realität ab. Und ganz besonders unsere Realität als hochsensible Menschen ist sehr wahrscheinlich nicht die Realität unseres Gegenübers, ganz besonders, wenn es vielleicht ein normal-sensibler Mensch ist.
Und sicher ist der kleinste gemeinsame Nenner, die optimale Schnittmenge, die Sachebene.

[8:14] Also, nutze das vier Ohren Modell.
Ich pack dir den Link mit der Erklärung bei Wikipedia auch noch mal in die Shownotes, da kannst du es vielleicht nochmal nachlesen, wenn du es noch genauer wissen möchtest.
Wenn du mit anderen Menschen sprichst, dann hinterfrage die Bedeutung der Worte und gehe nicht davon aus, dass deine Realität der Realität des Gegenübers entspricht.
Weil das wird sicherlich gerade bei uns hochsensiblen Menschen sehr selten der Fall sein, wahrscheinlich gar nie und dann hoffe ich dass dir diese Folge dir etwas hilft oder geholfen hat, dich in Zukunft vielleicht noch leichter abzugrenzen, dass es dir im Gespräch noch besser geht und dass du durch die Sachebene leichter mit anderen Menschen in Kontakt sein kannst.

[9:07] Ich freue mich, wenn wir uns in der nächsten Folge wieder hören.
Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir gerne einen Kommentar im bogenblog oder natürlich auch sehr gerne eine 5-Sterne Rezensionen auf iTunes, und dann hören wir uns bei der nächsten Ausgabe von „einfach hochsensibel“, dem Podcast mit den Tipps, Tricks und Strategien für den Umgang mit deiner Hochsensibilität.
Jean vom Bogenblog, Servus!

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