Braucht man zum Bogenschiessen einen Armschutz?

Auch diese Frage höre ich am Anfang oft. Gerade zusammen mit dem Satz: „Ich habe mir noch nie die Sehne auf den Arm geschlagen„.

Armschutz
Armschutz im Bogensport: Ja oder Nein?

In der Tat sollte der Armschutz beim traditionellen Bogenschiessen eine Sicherung sein, ein Fangnetz wenn man mal die richtige Arm- und Handhaltung vergessen hat.

Ein wenig wie ein Fahrradhelm. Man braucht ihn nicht um Fahrrad zu fahren, aber im Falle des Falles ist es gut einen zu benutzt zu haben! Zum Glück ist das Risiko einer schwerwiegenden Verletzung beim Bogenschiessen viel geringer als beim Fahrrad fahren.

Doch wenn man sich als Bogenschütze verletzt, dann scheinbar besonders häufig in den Armen bis zu den Fingern.

80% aller Verletzungen beim Bogenschiessen sind den oberen Extremitäten zuzuordnen!

Das hat zumindest eine Studie von Mareike Schmitt ergeben, die die Verletzungen von 808 Bogenschützen aller Bogenstilarten in Deutschland erhoben hat und deren Ergebnisse vor kurzem in Auszügen veröffentlicht wurden.

 

Die am häufigsten von Verletzungen betroffene Altersgruppe waren die 10 bis 20-Jährigen. Also gerade die Jugend sollte immer einen Armschutz tragen.

Und ja, ein Hämatom, auch blauer Fleck genannt, ist eine Verletzung. Dazu sagt Wikipedia:

Ein Hämatom ist ein Blutaustritt aus verletzten Blutgefäßen im Körpergewebe

Neben der körperlichen Verletzung, beeinträchtigt das Schmerzerlebnis die Konzentrationsfähigkeit. Unser Unterbewusstsein mag keinen Schmerz und verkrampft, wenn es die Erfahrung zu oft gemacht hat, dass Bogenschiessen weh tun kann. Es löst dann auch Schonhaltungen des Körper aus, wie einen verdrehte Handhaltung oder nicht voll ausgezogene Bogen, die das treffen des Ziels für den Schützen enorm schwierig machen.

Armschützer gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Meist sind sie im traditionellen Bogensport aus Leder und schützen die Innenseite des Unterarms, der den Bogen hält.

Die meisten Rechtshänder halten den Bogen in der linken Hand und ziehen an der Sehne mit der rechten Hand. Dann kommt der Armschutz auf die Innenseite des linken Unterarms. Bei Linkshändern genau umgekehrt.

Es gibt auch Modelle, gerade im Sport-Bereich, die über die Ellbeuge hinweg auch den Oberarm noch schützen. Diese empfehle ich besonders gerne, wenn jemand sehr großen Respekt vor der Sehne hat oder auch wenn jemand sehr weite Ärmel an der Kleidung hat.

Gerade, wenn wir im Winter draussen auf dem Parcours sind, können die Ärmel von hardshell Jacken störend in den Weg der Sehne hängen. Da hilft ein langer Armschutz.

Braucht man also zum Bogenschiessen einen Armschutz?

Meiner Meinung nach ja, wenn man lange Freude am Bogensport haben möchte.

3 Gedanken zu „Braucht man zum Bogenschiessen einen Armschutz?

  • 27.10.2015 um 09:23
    Permalink

    Servus J-C!

    Schöner Blog, freue mich schon auf die weiteren Veröffentlichungen…

    P.S. Seit dem Training mit/bei Dir benötige ich den Armschutz wirklich nur noch als Notfall-Schutz. Vorher ist mir die Sehne regelmäßig gegen den Armschutz geschnellt und ich hatte schon Angst, dass dieser deswegen nicht so lange halten würde…

    Bis heute Abend, liebe Grüße

    Tom

    Antwort
  • Pingback: Macht Bogenschiessen glücklich?

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