Für Checker: Nockpunkt setzen ohne Checker

Du bist draußen unterwegs und musst eine neue Sehne auf deinen Bogen machen, doch die hat keinen Nockpunktbegrenzer und du keinen Checker. Was tun?

Heute verrate ich dir einen Trick, wie du einen Nockpunktbegrenzer auch ohne Checker an der richtigen Stelle befestigen kannst.

 

Nockpunkt setzen mit einem Nockpunktbegrenzer

Die Stelle auf der Sehne, an der wir den Pfeil einrasten lassen, nennt man den Nockpunkt.
Um ihn nach oben und manchmal auch nach unten zu begrenzen, gibt es den Nockpunktbegrenzer. Das befestigen dieser Nockpunktbegrenzer an der richtigen Stelle, nennt man den Nockpunkt setzen.

 

Materialien für Nockpunktbegrenzer

Sehr häufig werden als Nockpunktbegrenzer kleine Ringe aus Messing* verwendet, die innen eine Beschichtung aus Gummi haben, um die Sehne vor Beschädigung zu schützen. Sie werden mit einer speziellen Zange, der Nockpunktzange*, auf der Mittenwicklung der Sehne befestigt. Sie lassen sich leicht in ihrer Position mehrfach korrigieren.

Auch häufig wird Nockpunktgarn verwendet, eine spezielle Schnur, die sehr feste Knoten erlaubt und deutlich leichter ist als Messing. Denn mehr Gewicht in der Sehne kostet ein klein wenig Pfeilgeschwindigkeit, doch das ist schon Feintuning.

Nockpunktbegrenzer kann man aus vielen Materialien herstellen, zum Beispiel auch Zahnseide oder sogar Papier.

 

Position des Nockpunktbegrenzers

Für die optimale Position des Nockpunktbegrenzers ist der Tiller des Bogens verantwortlich. Bei den meisten Bögen ist die geometrische Mitte des Bogens – also die Hälfte zwischen oben und unten – an dem Punkt, an dem der Griff seine tiefste Stelle hat.
Damit sitzt der Pfeil ein gutes Stück über der Mitte des Bogens, bei Bögen mit Pfeilauflage kann das bis zu 1″ also 2,54cm ausmachen.
Daraus ergibt sich wiederum, das sich der untere Wurfarm stärker biegen muss, als der obere und um das auszugleichen, wird der Pfeil oberhalb der 90° Linie zur Sehne eingenockt.

Es gibt unterschiedliche Empfehlungen für die so genannte Nockpunkt-Überhöhung.
Ich empfehle für einen Recurve oder Langbogen den du über das shelf schiesst, mit 8/16″ über 90°, gemessen bis zur Unterkante der Nocke, zu beginnen. Mit einem Rohschaft- oder Papiertest kann man dann den genauen Nockpunkt ausschiessen.

 

Nockpunkt setzen für Compound-Bögen

Compound-Bögen werden in der Regel mit einem Null-Tiller geschossen, auch wenn man über die Bolzen der Wurfarme einen Tiller einstellen könnte. Der Ausgleich der Pfeilauflage über dem sweet spot erfolgt statt dessen über die Synchronisation der Cams, also der Rollen am Ende der Wurfarme.
Der Nockpunkt kann bei einem Compound also zunächst auf 90° eingestellt werden.

Allerdings gibt es bei Compounds die mit einem Release geschossen werden auch weniger seitliche Abweichung der Pfeile, durch den fehlenden Fingerimpuls. Die Durchbiegung des Pfeils bei der Beschleunigung erfolgt daher eher nach oben und unten. In so einem Fall kann der Nockpunkt als Faktor für ein optimales Pfeiltuning relevant werden. Auch hier hilft wieder nur ausschiessen, also Feintuning.

 

Fazit

Wie im Video schon gesagt: dieser „Trick“ ist eine Notlösung, die erstaunlich oft funktioniert.

Diese Methode ersetzt keinen sauber eingestellten und ausgeschossen Nockpunkt, wenn man dauerhaft präzise Schüsse erreichen möchte.

Auch beim Balanced Mind Bogenschiessen, der von mir entwickelten Methode zur Selbsterfahrung mit Pfeil und Bogen, ist ein gut abgestimmtes Material ein wichtiger Aspekt.

Wenn du mehr über die Balanced Mind Methode erfahren möchtest, lass uns einen Gesprächstermin vereinbaren.

 

 

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7 Gedanken zu „Für Checker: Nockpunkt setzen ohne Checker

  • 26.09.2016 um 20:55
    Permalink

    Danke für den Nockpunkt-Trick 17! Da wäre ich jetzt im Gelände nicht drauf gekommen. Und wieder eine Iddee reicher.
    Gruß, Jochen.

    Antwort
  • 27.09.2016 um 06:59
    Permalink

    Moin Jean,
    guter Beitrag mit einer Anmerkung von mir.
    Ist das tatsächlich so, das sich der untere Wurfarm stärker biegen muss/soll???
    Der Nockpunkt liegt ja oberhalb der Bogen-/Sehnenmitte. Also ist de Biegeweg des unteren Wurfarmes länger, der des oberen kürzer. Der Pfeile hat demzufolge eine leicht schräge Lage von der Sehne bis zum Bogen, nämlich an der Sehne höher als am Bogen. Der zeigt demzufolge Richtung Erde. Damit der Pfeil dann doch relativ waagerecht bei Vollauszug aus dem Bogen geht biegen sich die Wurfarme. Wenn sich jetzt der Pfeil von der eher schrägen (nach vorne tiefer geneigt) Lage in die eher waagerechte Lage begibt ergibt sich doch für den oberen Wurfarm bei kürzerem senkrechtem Weg von der Bogenmitte eine eher größere Durchbiegung als für den unteren Wurfarm mit längerem Weg. Also bei gleichem waagerechtem Weg zum Vollauszug eine rein geometrische Frage – kurzer oberer WA mit größerer Biegung um den waagerechten gleichen Weg zum Vollauszug zurückzulegen als beim langem unteren WA mit demzufolge geringerer Durchbiegung. Der Shelf ist ja auch oberhalb der Bogenmitte, meistens… vG Frank

    Antwort
  • 27.09.2016 um 10:00
    Permalink

    Hallo!
    Beitrag war sehr interessant,kann man weitersagen,auf meinem Langbogen hab ich nur Wickelgarn an meiner Sehne
    Gruß Christian

    Antwort
  • 28.09.2016 um 10:08
    Permalink

    Hallo Jean,
    den „Trick 17“ kannte ich so noch nicht, aber man lernt ja nie aus.
    Allerdings werde ich „sehr ärgerlich“, wenn ich mit „meinen“ Schülern unterwegs bin und
    sie haben keine „eingeschossene“ Ersatzsehne dabei.
    Es gehört wirklich zum Einmaleins des Bogenschiessens, dass man immer eine zweite Sehne dabei hat und natürlich muss diese auch entsprechend eingeschossen sein.
    Ansonsten, mach bitte weiter so
    Gruß aus Erding
    Werner

    Antwort
    • 4.10.2016 um 18:38
      Permalink

      Danke, Werner. In meinem Parcours-Kursen habe ich das auch immer so vermittelt und natürlich auch immer eine dabei. Doch Murphy sagt, dass passiert eben genau dann, wenn man sie mal vergessen hat. 😉

      Antwort

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