Sensation: Pareto muss Bogenschütze gewesen sein

Kennst du Vilfredo Pareto?

Nein?

Aber bestimmt hast du schon von der 80-20-Regel gehört. Diese Regel – die Hr. Pareto entdeckt hat – besagt, dass 80% eines Erfolgs von 20% des Aufwands abhängen und die restlichen 20% vom Erfolg, tatsächlich 80% der Leistung benötigen.

Und daher glaube ich, dass dieser Hr. Pareto ein Bogenschütze gewesen sein muss.

Ich erkläre gleich wie ich darauf komme, doch vorher:
wenn du mit den Fingern, also ohne Release, mit Pfeil und Bogen schießt, schau mal kurz auf den Ringfinger deiner Zughand. Hast du da auch eine etwas stärkere Haut an der Unterseite des ersten Fingerglieds? Vielleicht sogar ein wenig Hornhaut?

Unsere Zughand hat nämlich auf Grund unserer Gelenke und Muskeln den Drang, im Vollauszug auszudrehen. Achte mal darauf, ob deine Finger im Vollauszug wirklich noch im 90° Winkel zur Sehne stehen. Dazu musst du nämlich deine Hand erst mal bewusst eindrehen, eine Bewegung die uns beim ersten Mal als ungewohnt bis unangenehm erscheint.

Wenn das nicht optimal klappt, bekommt man auch trotz Handschuh oder Tab eine Hornhaut an dieser Stelle.

Doch zurück zu Herrn Pareto.

Also, wenn 80% des Erfolgs von 20% der Leistung abhängen, dann trifft das auch auf die Fehler zu: 80% der Fehler hängen von 20% der Ursachen ab. Unglaublich, oder?

Ich erlebe das sehr oft, dass es wirklich Kleinigkeiten sind, die darüber entscheiden, ob es ein Bogenschütze einen kraftvollen Pfeil schießt, oder auch nicht. Doch was sind das für Kleinigkeiten?

ParetoUnd hier schließt sich der Kreis zu meiner Frage nach deinen Fingern. Die Haltung der Zughand im exakt rechten Winkel zur Sehne ist so etwas. Ein Detail, ein Aspekt in der komplexen Bewegung beim Bogenschießen und doch so unglaublich wichtig. Denn diese eingedrehte Hand ermöglicht es, die Handmuskulatur der Mittelhand zu entspannen. Beim Lösen gibt es mit einer gestreckten Hand, deutlich weniger seitliche Impulse auf die Sehne. Aber vor allem kommen wir viel leichter in die Rückenspannung! Und eine fehlende Rückenspannung ist sicher für 80% aller Fehlschüsse nach rechts oder links verantwortlich.

Du kannst also mit einer so kleinen Änderung, wie dem Eindrehen der Zughand, deutlich häufiger gerade aus schießen. Probier das mal aus!

Und so bin ich auf die Idee gekommen, dass Vilfredo Pareto (wikipedia) vielleicht auch ein Bogenschütze war und ihm beim trainieren der Rückenspannung, seine geniale Regel eingefallen ist. 😉

 

Ist dir auch schon mal so deutlich aufgefallen? Gab es bei dir auch schon mal eine vermeintliche Kleinigkeit, die eine deutliche Verbesserung für dich bewirkt hat? Teile dein Erlebnis mit uns und schreib es unten in die Kommentare.

 

5 Gedanken zu „Sensation: Pareto muss Bogenschütze gewesen sein

  • 24.10.2016 um 20:23
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    Hallo Jean, schön wieder etwas von dir zu hören.
    Du hast das Problem oder die Lösung richtig erkannt.
    Darum ist es so wichtig auf jede Kleinigkeit zu achten, da sie sich sehr stark auswirken kann. Ich hoffe in nächster Zeit auch mal wieder meine momentanen 20% herauszufinden……
    LG, Axel

    Antwort
  • 25.10.2016 um 09:26
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    Pareto – das ist beim Operieren (bin seit 30 Jahren Chirurg) auch oft so: eine winzige Kleinigkeit, z.B. die Führung eines Instruments mit der operierenden Hand, und man hat einen erheblichen Effekt…in diesem Fall zum Wohle eines Patienten. Auch eine „Art Gold, die man dann getroffen hat“…

    Antwort
  • 25.10.2016 um 15:39
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    Ich habe nachgeschaut – da ist nichts an Hornhaut; bisher Glück gehabt! Trotzdem ist das wieder so ein kelines wesentliches Detail, was man leicht übersieht. Danke für den Tip!

    Antwort
  • 3.11.2016 um 11:02
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    Danke. Den Spruch habe ich bisher nicht gekannt, werde ihn aber mit Deiner Genehmigung übernehmen. Ich bin zwar kein Bogenschütze, hoffe aber es zählt, das ich aktiv mit der Armbrust schiesse

    Antwort

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