Wie dir Bogenschiessen hilft, deine innere Stimme zu hören

Wir sind es gewohnt, Lösungen im außen zu suchen.

Fühlen wir uns krank, gehen wir zum Arzt und nehmen Medikamente.
Dabei sind viele Krankheiten ein Notprogramm unseres Körpers um uns zu Pausen zu zwingen, wenn wir nicht selbst auf uns achten.

Wir kaufen uns Statussymbole um uns besser zu fühlen, anstatt nach der Ursache für einen Mangel an Selbstwert zu suchen.

Beim Bogenschiessen kaufen wir uns einen stärkeren Bogen, wenn wir nicht so gut treffen, wie wir uns das vorstellen.
Anstatt unsere Haltung und unsere Form zu trainieren. Denn dann kann man auch mit einem Bogen treffen, der eher wenig Zuggewicht hat. Viel Zuggewicht und gleichzeitig eine saubere Technik sind nämlich meist nur ein Wunschtraum.

Nur auf große Distanzen wird es immer schwieriger mit einem nicht so starken Bogen zu treffen. Reine Physik.

Doch warum wollen wir überhaupt weiter weg gehen? Welche Motivation gibt uns die Distanz?

 

Der Reiz der Distanz beim Bogenschiessen

Als unser Überleben noch vom Jagdglück mit Pfeil und Bogen abhing, war die Fähigkeit Ziele auch in großer Entfernung treffen zu können, sicher sehr hilfreich.

Heute schießen wir nur noch aus Freude am Sport oder um uns selbst zu erfahren. Gerade hochsensible Menschen finden im Bogenschiessen eine wunderbare Möglichkeit ihre innere Welt auch physisch im Außen zu erleben und lernen ihre innere Stimme wieder zu hören.

Bevor mir das bewusst wurde, fand auch ich die Distanz sehr wichtig. Ich wollte wissen, ob ich wechselnde Ziele, in wechselnder Entfernung jedes Mal präzise treffen kann. Ich dachte die Präzision wiederholter Schüsse auf eine Zielscheibe wäre langweilig.

 

Bogenparcours und innere Stimme

Auf einem Parcours haben wir dann noch viele zusätzliche Sinneseindrücke. Den Wald, die Natur, das Gelände, das Ziel. Viel Abwechslung im Außen. Das passt in unsere Gewohnheit.

Unsere durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne für einen Sinneseindruck beträgt mit 8 Sekunden ja sogar weniger als die eines Goldfisch. Da muss ständig etwas neues passieren.

Distanz ist Abwechslung. Abwechslung ist spannend. Abwechslung ist im Außen.

 

Reizreduktion einer Zielscheibe, um die innere Stimme deutlicher zu hören

Scheibe bleibt Scheibe. Jedes Mal.

Beim schiessen auf die Zielscheibe spüre ich die Abwechslung bei jedem Schuss nur in mir selbst. Ich muss bei jedem Schuss in mich hineinhören, meine innere Stimme wieder hören.

Es geht um meine Muskeln und meine Bewegung, meine Konzentration.

Was wir innere Stimme nennen, kann man auch Intuition oder Bauchgefühl nennen. Es ist das Gefühl in uns, wenn alles passt und wir intuitv die Entscheidung treffen, loszulassen.

Erst wenn ich wieder gelernt habe, mich zu spüren, meine innere Stimme zu hören, dann kann ich zusätzliche Faktoren im Außen einbauen und trotzdem noch gut treffen. Daher trainiere ich auf eine Zielscheibe. Ohne Scheibenauflage und oft alleine.

Wir üben nicht Bogenschiessen, wir üben uns selbst zu hören und zu spüren.

Und wenn das gut funktioniert, mit dem innere Stimme hören, dann treffen wir auch auf einem Parcours die Ziele, trotz der zusätzlichen Sinneseindrücke.

 

Bogenschiessen mit anderen Menschen und trotzdem die innere Stimme hören

Wenn wir die unterschiedlichen Situationen auf einem Parcours dann verarbeiten können und trotzdem bei jedem Schuss unsere innere Stimme deutlich hören, dann erst gehen wir mit anderen Menschen auf den Parcours.

Denn die Energie die andere Menschen haben, beeinflussen hochsensible Menschen oft sehr. Fluch und Segen zugleich, genannt Empathie.

Es macht einen _RIESIGEN_ Unterschied, mit wem du zum schießen gehst.

die innere Stimme hörenDieses Bild habe ich mal nach einem besonders angenehmen Kurs gemacht. Alle Teilnehmer waren sehr entspannt und untereinander innig und freundschaftlich verbunden. Es war daher die ganze Zeit eine super positive Stimmung.

Nach dem Kurs bin ich auch noch Bogenschiessen gegangen und an dieser Station habe ich wirklich aussergewöhnlich gut geschossen. Dabei war das ein sehr schwere Station, gerade mental, durch die Wurzeln und die Eisentür.

Auch die anderen Ziele habe ich an diesem Tag noch sehr gut getroffen.

Ich bin der Überzeugung, dass das auch an den positiven Emotionen in dem Kurs lag, die an dem Tag auf mich abgefärbt haben, denn an anderen Tagen liefe es nicht immer so gut.

Jim Rohn sagt, man sei der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen man sich am meisten umgibt. Bei Hochsensiblen gilt das durch die hohe Empathie ganz besonders.

Also achte darauf, mit wem du dich beim Bogenschiessen umgibst.

 

Bogen-Turniere als hochsensible Person

Somit sollte man sich als hochsensible Person auch sehr gut überlegen, ob man an einem Turnier teilnehmen möchte.

Hier wollen alle mehr oder weniger gewinnen. Gibt zwar nicht jeder zu, aber sonst wären sie doch nicht dabei.

Dieses Gewinnen-wollen führt zu Neid. Neid ist eine starke Emotion, die hochsensible Menschen sehr treffen und aus dem inneren Gleichgewicht werfen kann.

Dessen sollten man sich als hochsensible Person vorher bewusst sein.

 

Fazit

Bogenschiessen kann für hochsensible Menschen ein wunderbarer Weg sein, sich selbst wieder zu spüren und die eigene innere Stimme wieder zu hören. Der Bogen zeigt uns ganz klar und deutlich, wo wir stehen. Wir steigern unser Selbstvertrauen und die archaische Kraft des Bogens ist gerade für hochsensible Männer eine wunderbare Erfahrung.

 

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3 Gedanken zu „Wie dir Bogenschiessen hilft, deine innere Stimme zu hören

  • 10.05.2016 um 16:21
    Permalink

    Hallo Jean,
    Schöner Artikel. Bei meinem letzten Turnier habe ich mich dem Distanzwahn entzogen und habe außerhalb der Wertung geschossen und bei Bedarf die Entfernung reduziert. Da ich das bereits bei der Anmeldung mitgeteilt habe war das auch absolut Stressfrei. So fühlte es sich für mich richtig gut an.
    Mit sportlichen Grüßen, Michael Pape

    Antwort
    • 11.05.2016 um 17:22
      Permalink

      Hi Michael, das ist schön zu hören! 🙂

      Antwort
  • 11.05.2016 um 20:49
    Permalink

    Hi Jean,
    ein Beitrag, der bei mir wieder mal voll ins Schwarze trifft.
    Letztes Wochenende – Turnier, mit Menschen um mich herum,
    die mir nicht gut getan haben… Entsprechend meine Schießergebnisse,
    was ich schon oft erlebt hatte. Dem was Du schreibst, kann ich wieder
    voll zustimmen, weil erlebt. Gute Möglichkeit, was der Michael schreibt.
    Nach dem Turnier war ich nochmal alleine schießen, wie Du es schreibst, um bei mir
    wieder anzukommen. Super, dass Du zu diesen Themen was schreibst.
    Danke
    Frank

    Antwort

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